Müsli

Haferflocken zählten bei uns zu Hause in den 60er zu einem festen Bestandteil der Ernährung. Man wurde satt und sie waren preiswert. Es scheideten sich bei uns nur die Geister, ob weiche oder kernige Flocken, aber Einigkeit herrschte bei den Köllnflockenbilder, die wurden eifrig gesammelt. Die Bilder gibt es nicht mehr, aber die Haferflocken schon, doch wurden sie im Laufe der Zeit fast vom Müsli abgelöst, das in den Regalen in unglaublich vielen Variationen in den Lebensmittelgeschäften Einzug hielt.

Da ich immer noch bekennender Haferflockenesser bin, habe ich auch viele Müsli-Sorten probiert. Aber ehrlich, ob teuer oder preiswert, ob Bio- oder herkömmliche Ware, geschmeckt hat mir keine Sorte wirklich. Häufig beißt man völlig überraschend auf eine ranzige Nuss und das Frühstück ist verdorben! Oder die Trockenfrüchte haben den Charakter von Kieselsteinen, geschweige, dass man geschmacklich herausbekommt, um was es für eine Frucht es sich handeln könnte. Oder das kommerzielle Müsli enthält Bestandteile, von denen man nicht wirklich weiß, wie sie hergestellt wurden.

Irgendwann war ich es leid und habe das Müsli selbst zusammengestellt, mit ausgezeichneten Haselnüssen (aus Franken oder piemont), Bio-Mandeln und auch Bio-Trockenfrüchte (Datteln, Aprikosen, Feigen, Äpfel etc), die nur kleingeschnitten werden müssen. Die Nussmischung wird mit Kürbiskernen, Mandeln  und den Haselnüsse kurz geschrotet evt. Sonnenblumenkernen hinzugefügt. Das Müsli ist beliebig mit anderen hochwertigen Bestandteilen wie z.B. Leinsamen, Aroniabeeren (wenn man sie denn mag) oder auch Kleie zu ergänzen. Auch hochwertige Öle wie z.B. Walnuss- oder Haselnussöl machen sich geschmacklich im Müsli sehr gut. Ca. alle 14 Tage wird neu gemischt und das ist auch gut so, da man die Kontrolle über die Frische der Produkte.

Der Nachteil: es kostet schon ein bißchen mehr Mühe, als einfach nur eine Tüte zu öffnen – aber die lohnt sich!

Ab und an wird ein Birchermüsli zubereitet, dabei werden Weizenkörner grob geschrotet und über Nacht gerade mit soviel Wasser eingeweicht, dass das Schrot knapp mit Wasser bedeckt ist. Am nächsten Tag gebe ich einen guten Spritzer Zitronensaft zu dem gequollenen Weizenschrot und einen sehr guten Schuss Sahne. Mit geriebenen Apfel oder einer zerdrückten Banane und mit Nussschrot ergänzt, kann man es noch mit Ahornsirup oder Honig süßen, je nach Geschmack. Im Juni tauscht man den Apfel einfach mit frischen Beeren aus. Ein wirklich genußvoller Start in den Tag.

Auch mit selbstgemachten Müsli gibt es unendliche  Variationsmöglichkeiten; wenn man wirklich ein bißchen Granola-Effekt haben möchte, kann man die Mandeln oder Nüsse karamellisieren, eine Prise Zimt – ergibt eine neue Geschmacksrichtung. Oder soll es doch Schokolade sein, einfach gute Schokolade ins Müsli reiben. Oder ein bißchen mehr Biß durch gepufftes Quinoa. Die Körner gut waschen, damit die Saponine entfernt werden, trocknen und in einer Pfanne langsam puffen lassen.

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